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Wasserhaushalt im Rebberg

  • hoskuldurhauksson
  • 9. Juli
  • 2 Min. Lesezeit

Die letzten Wochen waren heiss und trocken.


Den grössten Teil meiner Zeit verbringe ich derzeit damit, die jungen Reben zu giessen. Ohne etwas Unterstützung würden sie ihre ersten Jahre nicht überstehen. Gleichzeitig verschwindet das Gras für unsere Schafe von Tag zu Tag. Was vor wenigen Wochen noch saftig grün war, ist inzwischen braun geworden. Futter haben wir noch für ein paar Wochen, danach werde ich Heu zufüttern müssen.


Ganz neu ist das nicht. Aber die Wetterextreme nehmen zu.


Anstelle von regelmässigem Sommerregen erleben wir immer längere Trockenperioden, unterbrochen von kurzen, dafür umso heftigeren Niederschlägen. Wenn ich auf die letzten Jahre zurückblicke, hatten wir aussergewöhnlich nasse Jahre wie 2021, aber auch ausgeprägte Dürrejahre wie 2018, 2022 und nun 2026.


Das bringt mich zum Nachdenken – über etwas, das weit über das Giessen junger Reben hinausgeht.


Schaut man sich den Aufbau vieler Schweizer Rebberge an, verlaufen alle 50 bis 100 Meter Strassen quer zum Hang. Bei Starkregen sammeln diese Strassen das Wasser aus den darüberliegenden Parzellen und leiten es direkt in die Entwässerung. Das Wasser verlässt den Rebberg so schnell wie möglich.


Mit anderen Worten: Unsere Rebberge sind darauf ausgelegt, möglichst rasch trocken zu werden.

In der Permakultur verfolgt man nahezu den gegenteiligen Ansatz. Dort versucht man, Wasser zu bremsen, über die Fläche zu verteilen und im Boden versickern zu lassen. Jeder zusätzliche Tag, den Regenwasser auf dem Land bleibt, ist wertvoll.


Deshalb frage ich mich, ob es Zeit ist, das Wassermanagement in unseren Rebbergen neu zu denken.


Mehr Wasser im Boden würde unseren Schafen durch trockene Sommer helfen. Es würde auch den Bäumen und Sträuchern zugutekommen, die nach und nach Teil unseres Agroforstsystems werden. Andererseits entstehen viele der grossen Weine der Welt gerade deshalb, weil die Reben einem gewissen Wasserstress ausgesetzt sind. Trockenere Bedingungen führen oft zu kleineren Beeren und dadurch zu konzentrierteren Aromen.


Wo liegt also das richtige Gleichgewicht?


Wie schaffen wir einen Rebberg, der dem Klimawandel standhält und gleichzeitig weiterhin konzentrierte, charaktervolle Weine hervorbringt?


Ich habe darauf noch keine Antwort. Aber genau solche Fragen werden die Zukunft unseres Rebbergs in den kommenden Jahren prägen.

 
 

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